Einzigartige Bremsscheibe bringt SHEET CAST in Schwung

Ingolstädter Firma erreicht mit ihrer Eigenentwicklung Spitzenplätze bei Wettbewerben.

Von Norbert SchmidlErfolgreiche Gründer: Holger Lathwesen (links) und Karlheinz Herzog sind mit ihrer Bremsscheibe in Leichtbauweise schon in mehreren Wettbewerben auf den vordersten Plätzen gelandet.

Ingolstadt (DK) Mit einer selbst entwickelten und auch weiterentwickelten Verbundbremsscheibe ungebremst auf die Siegerpodeste verschiedener Wettbewerbe - so könnte man die Erfolgsgeschichte der SHEET CAST Technologies GmbH in den vergangenen Monaten in kurzen Worten beschreiben.

Nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr folgte in diesem Jahr beim Businessplan-Wettbewerb der Region 10 (bpw10) vor kurzem der Sprung nach ganz oben. Beim noch laufenden Münchner Businessplan-Wettbewerb hat das Unternehmen die ,,Ideas Stage" und den zweiten Platz in der ,,Development Stage" gewonnen - dem Einzug ins Finale steht nichts entgegen. Zudem sind die beiden Gründer Holger Lathwesen und Karlheinz Herzog mit ihrer Firma für den Bayerischen Gründerpreis 2010 nominiert, der nächste Woche verliehen wird. Und schließlich belegten sie - worauf sie wegen der großen Konkurrenz besonders stolz sind - Rang zwei beim Stahl-Innovationspreis 2009. Lathwesen und Herzog ist mit ihrer Leichtbauverbundbremsscheibe offenbar ein großer Wurf gelungen.

2006 haben sich die beiden selbstständig gemacht und im Existenzgründerzentrum Ingolstadt die Cedas GmbH ins Leben gerufen. Bereits in diesem Unternehmen war neben komplexen Guss- und Blechbauteilen für den Motorenbereich von Fahrzeugen sowie für die Bereiche Fahrwerk und Bremse (auch für Nutzfahrzeuge und Schienenfahrzeuge) schon die Entwicklung von Leichtbauverbundbremsscheiben ein Thema. Ziele: Gewichtsreduzierung und vor allen Dingen ,,eine Verbundbremsscheibe, die auch kostengünstig herzustellen ist", wie Lathwesen erläutert.

Denn weil Bremsscheiben in Leichtbauweise oft den dreifachen Preis einer ,,normalen" kosteten, würden sie bislang fast nur in ,,stark motorisierten Fahrzeugen" und damit auch teuren Autos eingesetzt, die nur für Leute mit dickerem Geldbeutel in Frage kämen. So würden in Europa jährlich allein für Neufahrzeuge rund 80 Millionen Bremsscheiben benötigt, lediglich 200 000 bis 300 000 davon aber in Leichtbauweise gefertigt, so Lathwesen.

Angesichts dieser Ausgangssituation hatten er und Herzog ,,großes Potenzial erkannt" und im Februar 2009 aus Cedas die SHEET CAST Technologies GmbH ausgegründet, die sich seitdem um die Weiterentwicklung der Bremsscheiben kümmert.

Aktueller Stand der Dinge, allerdings noch auf Forschungsebene und nicht in Serienentwicklung, ist eine plasmabeschichtete Leichtbaubremsscheibe, bei der außer den Stahlverbindungselementen alles aus Aluminium besteht. Diese habe nur etwa die Hälfte des Gewichts einer heutigen Bremsscheibe sowie eine höhere Lebensdauer, so Lathwesen. Dies - aber als Folge davon auch geringerer Spritverbrauch - gleiche die höheren Kosten mehr als aus.

Mit dieser plasmabeschichteten Aluminiumbremsscheibe sei SHEET CAST Technologies derzeit in einem Forschungsprojekt mit Untemehmen wie dem Autobauer Ford oder dem Alugießer Hohsel sowie der renommierten Rheinisch-Westfalischen Technischen Hochschule RWTH Aachen eingebunden. Bis zur möglichen Serienreife dieser Bremsscheibe würden aber noch fünf Jahre vergehen, schätzt Lathwesen.

Schon in ungefähr zwei Jahren großserientauglich auf den Markt kommen könnte dagegen deren Vorgangervariante, die noch auf Grauguss- und Stahlblechteile setzt, durch ihre neuartige Konzeption aber ebenfalls schon deutlich leichter und weniger verschleilsanfällig ist als das herkömmliche Pendant.

Cedas und SHEET CAST Technologies haben jeweils Standorte in Ingolstadt und München, von den insgesamt über 40 Mitarbeitern sind rund 30 in lngolstadt tätig. Während Cedas als ,,innovativer Dienstleister" für die Autoindustrie auftritt, versteht sich SHEET CAST Technologies als ,,Vermarkter eigener Produkte“, beschreibt Lathwesen den Unterschied zwischen den beiden Firmen.
 

Quelle: Donaukurier von 11. Mai 2010

Karriere bei Sheet Cast

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